Im Juli 2025 verzeichnete das Bauhauptgewerbe in Deutschland einen deutlichen Aufschwung: Der Auftragseingang stieg real um 1,9 % gegenüber Juni und lag 8,7 % über dem Vorjahresmonat. Besonders stark zeigte sich der Tiefbau mit + 8,9 %, während der Hochbau Rückgänge hinnehmen musste. Damit wird klar: Die Wachstumsimpulse kommen aktuell aus der Infrastruktur.

Zahlen im Überblick

  • Gesamt Bauhauptgewerbe: + 1,9 % zum Vormonat, + 8,7 % zum Vorjahr
  • Hochbau: – 5,8 % zum Vormonat, + 10,9 % zum Vorjahr
  • Tiefbau: + 8,9 % zum Vormonat, + 6,7 % zum Vorjahr
  • Nominaler Auftragseingang: + 11,4 % im Vergleich zu Juli 2024
  • Umsatz: real + 1,4 % im Vorjahresvergleich, im Zeitraum Januar–Juli + 2,1 %
  • Beschäftigte: + 1,2 % mehr als im Vorjahresmonat

Der Dreimonatsvergleich (Mai–Juli gegenüber Februar–April) verdeutlicht die Tendenz: Während der Hochbau mit – 5,8 % schwächelt, legte der Tiefbau um + 3,4 % zu.

Dynamik im Tiefbau

Die Investitionen fließen vor allem in Straßen- und Kanalbau, Energie- und Versorgungsnetze sowie andere infrastrukturelle Großprojekte. Damit verschiebt sich die Gewichtung innerhalb der Bauwirtschaft: Der Hochbau stagniert oder schrumpft, während der Tiefbau wächst und mehr Beschäftigung schafft.

Bedeutung für Unternehmen

Für Unternehmen der Bau- und Softwarebranche bedeutet dies:

  • Fokus auf Infrastrukturprojekte: Ausschreibungen im Straßen- und Leitungsbau bieten derzeit hohe Chancen.
  • Digitalisierung & Effizienz: Gerade im Tiefbau steigt die Nachfrage nach smarter Projektsteuerung, Kostenkontrolle und digitaler Bauüberwachung.
  • Politische Rahmenbedingungen: Da der Tiefbau stark von öffentlicher Finanzierung abhängig ist, lohnt es sich, Förderprogramme und Haushaltspläne im Blick zu behalten.

Herausforderungen im Blick

  • Kapazitätsengpässe bei Fachkräften und Material.
  • Lange Genehmigungsverfahren, die Projekte verzögern können.
  • Regionale Unterschiede, da Investitionen nicht gleichmäßig verteilt sind.
  • Abhängigkeit von öffentlicher Finanzierung, die sich bei politischen Änderungen direkt auswirkt.

Fazit

Der Tiefbau mit + 8,9 % Auftragseingang ist aktuell der Motor der Bauwirtschaft. Wer hier auf Digitalisierung, verlässliche Projektabwicklung und effiziente Ressourcensteuerung setzt, kann von der Entwicklung profitieren. Gleichzeitig gilt es, die Risiken im Blick zu behalten und den Wandel im Hochbau strategisch auszugleichen.

Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/09/PD25_348_441.html